Peer, der Sänger der berliner Band mobilé, startete als erster in einem musikalischen Rennen. Direkt nach dem Startschuss stellte er verschiedene Lieder aus seinem Album "Lieder, um sie auf das Ende eines Mixtapes zu machen" vor.
Die 27 Songs auf diesem Album sind zwischen 7 Sekunden und 3 Minuten lang und sollen, je nach Gebrauch, an das Ende eines Mixtapes gesetzt werden. Die Albumidee ist passend und durchdacht, während die Songs selbst
spritzig, charmant und mit einer ordentlichen Portion der typischen berliner Schnauze versehen sind.
Peers Aufgabe an diesem Abend war die Unterhaltung während der Umbaupausen. Diese Zeit nutzte er sinnvoll, indem er seine cleveren Stücke zum Besten gab. In diesen Stücken beschäftigte er sich mit dem Leben oder Personen, wie zum Beispiel Jürgen Kuttner. Auch wenn seine Texte eigentlich deutsch sind mischte er die englische Sprache hinzu. Denglish wasn't "stand in seinem way" (kleine Anlehnung an einen seiner Songs.)
Peer erfüllte seine Aufgabe mit bravour. Die Zuschauer im gut gefüllten Knaack lachten, klatschten und lauschten.
Nachdem dem ersten Auftritt von Peer spielten Sternbuschweg.
Die berliner Indieband mit elementen deutschsprachiger Popmusik zeigte was Gitarrenmusik ist.
Textlich waren sie kaum zu verstehen und viel Text gab es auch nicht zu hören, aber dafür konnte sich ganz auf den Sound der Gitarren konzentriert werden.
Sie spielten viel und sangen wenig. Für einige Songs mag es gut sein, aber für ein Set war es doch etwas zu wenig.
Nach der Pausenunterhaltungsmusik von Peer schritten Beatplanet auf die Bühne.
Beatplanet sind anders als die Andern und irgendwie speziell. Ihre 60er Jahre Beats wurden bereits von den Zuschauern von Die Ärzte und Juli gehört.
Gestern Abend spielten sie zwar vor weniger Menschen als im Zuschauerbereich der Ärzte und Juli, aber dennoch begeisterten sie.
Ihre Musik regte zum tanzen an, die deutschen Texte ermöglichten ein leichtes verstehen und die perfekt abgestimmten 60er Jahre Outfits vollendeten das Bild einer Zeitreise.
Setliste Beatplanet
Komm zu mir
Kosmonauten
Karussell
Dreh Dich Um
Frau Meier
Hochzeitslied
Keine Macht
Herz am Stiel
Schnafte
Immer wenn du ...
Männer sind zum ...
Softeis
Komm an Bord
Beatplanet unterhielten ab dem ersten Song. Wer diese Band noch nicht live erlebt hat, der hat etwas verpasst.
Peer ließ das Publikum seine deutsch- englisch Texte hören, während Beatplanet die Bühne räumten und sich im Innenraum zu verteilen.
Karpatenhund, die Gastgeber des Abends, stimmten die Gitarren zurecht, um kurz darauf einen gelungenen Start an den Tag zu legen.
Setliste Karpatenhund
Ist es das was du wolltest
Nicht wirklich Glücklich
Zusammen verschwinden
Sendet Gegner
Schiefgegangen
Ich will dass du bleibst
Autobahnen
Neonlicht
Meer
Gegen den Rest
Für Immer
Kein Wort mehr
Szene 1
Trinklied
Tag der nicht vergeht
Ganz stimmt die Setliste aber nicht. Lieder wurden getauscht und die Reihenfolge verändert.
Karpatenhund wussten wie sie mit dem Publikum umzugehen haben. Stimmungsvolle deutsche Popmusik wurde mit klangintensiven Instrumenten gekoppelt.
Zusätzlich wurde eine Konfettikanone eingebaut. Warum auch nicht? Das Publikum mochte es beschossen zu werden.
Die musikalischen Genossen im Innenraum mochten den gesamten Auftritt, denn sofort nachdem Karpatenhund diese verlassen hatten wurde eine Zugabe verlangt. Selbstverständlich zeigten die Gastgeber sich von ihrer besten Seite und kamen der Aufforderung nach.
Kleinere Pannen, wie ein abgerutschtes Kabel am Mikro der Sängerin Claire wurde problemlos übergangen.
Das Publikum sich bewegte tänzerisch zur Musik von Karpatenhund und sang mit, während irgendwo da draußen ein einsamer Mensch für seinen Auftritt bei Deutschland sucht den Superstar 9153 probte. Wirklich gute Musik muss sich entwickeln und ehrlich sein und bei Karpatenhund, sowie bei Beatplanet, Sternbuschweg und Peer kann man von dieser ehrlichen Musik sprechen.
Diesen Abend kann man ohre Schwierigkeiten zusammenfassen. Die 15€ Eintritt lohnten sich bei 3 Stunden verschiedenster Interpretationen von deutscher Musik.

